Offener Brief an Wissenschaftsministerin Theresia Bauer

Offener Brief: Fair studieren trotz Corona-Pandemie
Zur Petition: openpetition.de/!jgpxf

In einem offenen Brief haben wir uns an Wissenschaftsministerin Theresia Bauer gewandt, um unsere Forderungen zur Sicherstellung von fairen Studienbedingungen trotz der Verwerfungen durch die Corona-Krise darzulegen. Den Brief findet Ihr auf
http://fairstudierentrotzcorona.de/ ,
wo Ihr durch Eure Unterschrift auch einen Beitrag dazu leisten könnt, dass den Studenten keine Nachteile entstehen und nach Beendigung der Krise schnellstmöglich wieder der Regelbetrieb aufgenommen werden kann!

Unterstützung für Mediziner – keine Hammerexamen und BAföG-Nachteile

Aktuell helfen viele Studenten, insbesondere Mediziner, im Krankenhaus oder anderen Einrichtungen aus, um bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie mitzuwirken und das Stammpersonal entlasten. Wir unterstützen nachdrücklich das Vorhaben von Gesundheitsminister Jens Spahn, dass diese Studenten keine Nachteile beim BAföG haben dürfen. Wer sich in einer solchen Ausnahmesituation freiwillig als Aushilfe zur Verfügung stellt, sollte die Vergütungen hiervon weder ganz noch teilweise vom BAföG-Anspruch abgezogen bekommen.

Im Zuge der aktuellen Corona-Krise wurden zudem die Prüfungen an den Hochschulen verschoben, darunter auch Examensprüfungen in Medizin. Hier fordern wir schnellstmöglich Sicherheit darüber, wann diese Prüfungen nachgeholt werden sollen. Die Idee eines “Hammerexamens”, bei welchem die diesjährigen Prüfungen einfach aufs nächste Jahr verschoben werden und dann unmittelbar vor den Prüfungen in nächsten Jahr geschrieben werden sollen, lehnen wir jedoch strikt ab. Studenten brauchen die Möglichkeit, sich ausreichend auf die einzelnen Prüfungen vorzubereiten. Wir hoffen, dass schnellstmöglich eine Lösung gefunden wird. Denn wenn eine solche Krise eines zeigt, dann, dass wir dringend gut ausgebildete Mediziner brauchen.

Verlängerung der Regelstudienzeit um ein Semester gefordert

An mehreren Hochschulen ist es mittlerweile auf Grund von Corona-Maßnahmen zur Absage von Prüfungen oder dem Schließen der Bibliotheken gekommen, wodurch das Schreiben von Hausarbeiten in manchen Fächern quasi unmöglich gemacht wird. Zwar haben ebenso einige Hochschulen bereits angekündigt, hier die Abgabefristen entsprechend zu verlängern, jedoch kann es trotzdem passieren, dass durch nicht ablegbare Prüfungsleistungen zeitliche Fristen, insbesondere die Regelstudienzeit, überschritten werden. Dies kann zur Folge haben, dass der BAföG- oder schlimmstenfalls gar der Prüfungsanspruch zunächst verloren geht.
Bundesministerin Anja Karliczek hat hierzu bereits angekündigt, dass kein Student Nachteile durch die aktuelle Corona-Maßnahmen haben soll, was wir sehr befürworten. Jedoch dauert es seine Zeit, bis Härtefallanträge bearbeitet wurden, insbesondere, wenn mit einer außerordentlichen Vielzahl zu rechnen ist, sodass trotzdem Zahlungsausfälle drohen. Genau so muss in Betracht gezogen werden, dass bereits der momentane Zustand, der Unklarheit, ob eine Klausur stattfinden kann oder nicht, nahe des Irregulären ist und ebenso kein Ende der Krise in Sicht ist, sodass weitere Verschiebungen folgen könnten.

Um also Sicherheit für die Studenten zu schaffen und gleichzeitig die Universitäten und Studentenwerke zu entlasten, fordern wir die Verlängerung der Regelstudienzeit sowie von weiteren Fristen um ein Semester als unbürokratische und gleichzeitig maximal unsicherheitsreduzierende Maßnahme. So kann am effizientesten Druck aus dem System genommen werden, sodass die Hochschulen befreiter notwendige Entscheidungen treffen können und nach dem Überstehen der Epidemie wieder schnellstmöglich in den Regelbetrieb übergegangen werden kann.